De Wulf un de Kühlkämpsk‘

Auf vielfachen Wunsch wird die schon in der Festschrift von 1964 wiedergegebene Erzählung „De Wulf un de Kühlkämpsk“ erneut abgedruckt . Sie ist in dem Plattdeutsch verfasst, das der Ahauser Heimatforscher Theodor Hocks sprach, als er sie vor langer Zeit aufschrieb. Für jüngere Menschen, die Plattdeutsch nicht mehr oder kaum noch lesen und verstehen können, ist die Geschichte anschließend auch in Hochdeutsch übersetzt.Nu wuonde so wat in de Midde tüsken Ledden un Asbiäk  ‘n Bur, de hedde van Kühlkamp. He was grade nich een‘ van de gröttsten, men auk nich van de klainsten Buren in’t Kiäspel. Eens guodden Muorns vör Dag und Dau gong nu es de Kühlkämpsk‘ met ‘n Kuorw vull Buotter nao Asbiäk; in Düstern kümp se van’n Weg af un föllt so van bouwwen dal in de Wulfskuhl. As se sick van ersten Schreck bekriägen harr, dao saog se dicht vör sick ‘n Paar glainige Augen, un allmählich wüöd ähr klaor, wat füör ‘n netten Naobersmann at se kriägen harr.

 

Früher ein Arme-Leute-Gericht

Haulingorter Schützen kennen dieses traditionelle Gericht, das schon seit Jahrzehnten, vielleicht sogar seit Jahrhunderten auf dem Haulingorter Schützenfest immer nach dem Frühschoppenkonzert am Fronleichnamstag serviert wird – Töttchen. Bei WIKIPEDIA (Mai 2013) wird Töttchen folgendermaßen erklärt: ....

„Wer eine Waffe hat, ist kein Nobody“

Gefährlich ist, wenn ein mit Macht ausgestatteter Schütze austickt

Am 11. März 2009 erschoss Tim K., Schüler der Albertville-Realschule im baden-württembergischen Winnenden 15 Menschen, verletzte elf schwer und beging nach einer Verfolgungsjagd Selbstmord. Die Pistole hatte der Jugendliche aus dem Nachttisch seines Vaters gestohlen, der zu Hause 14 Waffen und 4600 Schuss Munition gelagert hatte. Der leidenschaftliche Sportschütze war Mitglied in einem Schützenverein und hatte seinem Sohn das Schießen beigebracht. Auch Robert Steinhäuser, der einige Jahre vorher an einem Gymnasium in Erfurt Amok lief, war Mitglied eines Schützenvereins. Es gibt noch mehr Fälle aus den letzten Jahren, in denen Sportschützen in Deutschland zur Waffe griffen, vor allem wenn sie Streit mit Mitmenschen hatten:

 

In der Kritik: Das Militärische des Schützenwesens

Für den, der Schützenfeste aktiv mitfeiert, ist das alles ganz normal: Marschieren im Gleichschritt, Uniformen, Schießen, Offiziersränge, Abzeichen, Fahnen, Zapfenstreich, Ehrung der Kriegstoten usw. All diese militärischen Traditionen und Rituale haben Jahrhunderte lang zum Schützenwesen und zu Schützenfesten gehört. Sie haben ihren Ursprung in der Gründung von Wehrvereinen und Bürgerverteidigungswehren vor Hunderten von Jahren, festigten sich im 19. Jahrhundert in der nationalen Reaktion auf Napoleons „Fremdherrschaft“ und im nationalistisch-militaristischen Getöse der Bismarck-Ära und der Kaiserzeit unter Wilhelm II. In der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik, die nach der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg mit der Beschränkung des Militärs durch die Alliierten auf ein 100000-Mann-Heer fertig zu werden hatte, wurden aus gekränktem Nationalstolz  gerade die Kräfte in der Politik nach oben gespült, die das Militärische überbetonten. Für die Nationalsozialisten schließlich waren Welteroberungspläne die Spitze des Eisbergs von Militarismus furchtbarster Ausprägung, der sich mit Rassismus und Vernichtungswahn paarte.

 

Beobachtungen und Gedanken beim Königschießen aus der Sicht eines Kindes

Noch hängt er ganz heile oben in der Luft – der Vogel. Schön ist er geworden. Der letzte König hat ihn selber angefertigt oder machen lassen.  Es ist ein bunt bemalter Adler mit großen Flügeln und scharfen Krallen. Ich kann ihn mir genau betrachten, weil gerade eine Pause beim Schießen auf den Vogel gemacht wird. Ein paar Männer, darunter auch mein Papa, schießen immer abwechselnd auf den Vogel. Nur momentan trinken sie erst mal ein Schnäpschen – Zielwasser, wie sie das nennen. Aber kurz danach hallen wieder Schüsse durch den Wald in der Steinkuhle.